zurückKiWo 2018 – 2. Qualifier zur Hempel Sailing World Championships Aarhus 2018

Das Teilnehmerfeld der diesjährigen KiWo (20.-24.06.2018) war, auf Grund der räumlichen Nähe zu Aarhus und dem günstigen Zeitpunkt vor der WM in Aarhus, sehr groß und von hoher Qualität, daher wurde die Regatta wieder im bekannten Gruppen-Modus  mit Qualifikations- und Finalwettfahrten mit abschließenden Medal-Race der besten 10 Seglerinnen ausgetragen.

 

War das Wetter zu Beginn und vor dem „Olympischen Teil“ der KiWo noch sommerlich, änderte sich zum ersten Wettfahrttag die Großwetterlage und wir sollten wieder typisches Kieler Woche-Wetter unter Tiefdruckeinfluss haben. Das Gute daran, wir hatten reichlich Wind, teilweise zu viel, so dass Wettfahrten zeitweise über Stunden verschoben wurden, um dann auf den Innen-Bahnen durchgeführt zu werden.

 

Mein Einstieg in die Qualifikation war mit den Plätzen 5 und 4 sehr gelungen und nach dem ersten Tag war ich mit Gesamtrang 6 sogar auf Kurs „Medal-Race“ der besten Zehn. Doch zunächst galt es die Qualifikation und den Cut für die „Gold-Fleet“ in den Finals zu erreichen.

 

Am zweiten Tag spielte jedoch das Wetter nicht mit, zu viel Wind, sodass die Innen-Bahnen mit anderen Bootsklassen besetzt werden mussten und dass es nach über 7 Stunden Startverschiebung für die Laser Radial Frauen „No Races today“ hieß.

 

Der nächste Wettfahrttag, sollte mit den 3 geplanten Rennen den Abschluss der Qualifikation bringen. Bei mir lief es mit den Platzierungen 7, 17 und 11 eigentlich ganz gut, aber ich hatte den Tag über mit einigen unglücklichen Situationen zu kämpfen;  so hatte ich im ersten Rennen des Tages in Führung liegend Probleme bei dem hohen Wellengang die Luvtonne des Outerloops zu finden, zumal auch noch die Tonnen der benachbarten 470er-Bahn die gleiche Farbe hatten und diese eng an unserem Kurs lagen, so kamen meine Verfolgerinnen wieder heran und zudem hatte ich auf dem Downwind auch noch das Pech eine Böe nicht zu erreichen… Zack! Schon war ein Pulk vorbei!

 

Eine Kenterung im zweiten Lauf und eine unnötige Regelverletzung an der Luvtonne des 3. Rennens (720° – 2 Strafkringel bei  5-6 Bft dauern schier endlos) kosteten entsprechend einige Plätze, aber zum Ende des Segeltages habe ich mit Platz 14 den Einzug in die „Gold-Fleet“ sicher erreicht und mir die Chance auf einen der 6 WM-Startplätze in der WM-Quali nahezu gesichert.

 

Die Tatsache, das ein Tag gar nicht gesegelt werden konnte, bedeutete, das für die Finalrennen nur ein Wettfahrttag zur Verfügung stand, 3 Finalrennen wurden im Tagesplan angesetzt, die jedoch am Samstagmorgen mit 2 Stunden Startverschiebung für alle Bahnen schon wieder in Gefahr gerieten.

 

So wurden wir Frauen um 16:00 Uhr ebenfalls auf Bahn „India“, eine Innenbahn in der Strander Bucht, gestartet. Die Verhältnisse auf Bahn „India“: Kabbelwelle, Böig und starke Dreher .

 

Im ersten Finalrennen konnte ich mich nach einem nicht optimalen Start noch auf Platz 15 in der Goldgruppe der besten 38 Starterinnen vorarbeiten, im 2. Finalrennen lief es dann irgendwie gar nicht, ein 31. Platz sollte dann mein Streichresultat werden, da wegen Zeitmangel die 3. Wettfahrt gar nicht mehr gestartet wurde.

 

Auf der Heimfahrt zum Hafen war ich zunächst unsicher:  würde meine Leistung in den Finalrennen reichen, um die Kieler Woche in Hinsicht der WM-Quali erfolgreich zu beenden? Wird das Ergebnis der KiWo mein nicht so gutes Resultat der 1. WM-Quali bei der „Princess Sofia Regatta“ in Palma de Mallorca genug ausgleichen können?

 

Im Hafen angekommen und nach Ende der Protestfrist stand es dann fest: Der erste, wichtige Schritt  und das erste Ziel in meiner Saison 2018 sind erfolgreich vollendet. Bei der Kieler Woche konnte ich mich mit dem 15. Platz der 76 Starterinnen gegen meine deutschen Konkurrentinnen durchsetzen und einen der 6 deutschen Startplätze im  „Laser Radial Woman“, bei der von World Sailing ausgerichteten „Hempel Sailing World Championships Aarhus 2018“ aller olympischen Bootsklassen, erkämpfen.

 

Bei dieser „World Sailing WM, die immer in der Mitte zwischen zwei Olympischen Spielen stattfindet, werden gleichzeitig die ersten 40% der Nationenstartplätze für die nächsten Olympischen Segelwettbewerbe in Tokyo 2020 vergeben. In der Disziplin „Single Handed Woman“ werden diese im Laser Radial gesegelt.

 

Mein nächstes großes Ziel; ein gute Performance bei der WM in Aarhus abzuliefern und das DSV-Kaderkriterium  zu erfüllen… und das aller Größte vielleicht sogar den Nationenstartplatz zu ersegeln.

 

Daher bis zur WM: gesund werden (der Stress nach der Quali fiel und hinterließ eine Erkältung), Segeln, mit meinen ehemaligen niedersächsischen Kaderkollegen segeln, Sport, Segeln, Warnemünder Woche, Vorbereitungstraining in Aarhus, Segeln, noch mehr Segeln und dann top vorbereitet zur WM reisen.

 

Bis bald im SLSV,

Eure Pia

 

P.S.: Auf dem Stiftungsfest müsst ihr dieses Jahr leider alleine das Tanzbein schwingen… denn ich tanze in Gedanken an den SLSV in Aarhus!