Revier und Hafen

Kenner lieben das Steinhuder Meer als eines der besten Segelreviere Norddeutschlands. Die fast kreisrunde Wasserfläche, gute Winde und eine intakte Natur lassen das Herz eines jeden Seglers höher schlagen. Die Bedingungen sind optimal – für ambitionierte Regattacracks ebenso wie für erholungssuchende Freizeitskipper. 

Der Schaumburg-Lippische Seglerverein ist ein idealer Ausgangspunkt um dieses Seglerparadies zu erobern. Das weitläufige Clubgrundstück, malerisch in den Schilfgürtel unweit der Badeinsel eingebettet, garantiert Segelspaß ohne Hektik und Gedränge.

 

Bis zu 25 Jollen finden auf dem Gelände dauerhaft Platz, bei Regatten sehr viel mehr. Für die Optimisten-Jollen der Jüngsten ist eigens eine Stelllage gebaut. Das zu Wasserbringen ist dank dreier komfortabler Slipanlagen kein Problem.

 

Im Hafen des SLSV stehen an stabilen Stegen 55 Wasserliegeplätze für Jollenkreuzer, Zugvögel, Piraten und andere Boote zur Verfügung. Eine kräftige Steinmole schützt vor hohen Wellen und bietet den Booten auch in schweren Herbststürmen einen sicheren Heimathafen.

 

Für Segler gibt es am Steinhuder Meer kaum Begrenzungen. Einzige Ausnahme bilden die Naturschutzgebiete im Osten und Westen des Meeres, die durch Bojen gekennzeichnet sind und nicht befahren werden dürfen. Abweichend von der Binnenschifffahrtsstraßenordnung sind hier rote Bälle mit der Aufschrift „Naturschutzgebiet“ zu beachten und keine gelben Döpper. Eine weitere Besonderheit sind die „Auswanderer“, zumeist gaffelgetakelte Ausflugsboote, und die weißen Ausflugsschiffe, die im Linienverkehr zwischen dem Nord- und dem Südufer pendeln und sowohl von Steinhude als auch von Mardorf den Wilhelmstein anlaufen. Sie führen eine grün-über-weiße Flagge und haben somit als Berufsschifffahrt stets Wegerecht.

 

Der Wilhelmstein ist eine kleine, künstlich angelegte Insel im Steinhuder Meer und bietet seit seiner Erbauung 1761 – 1765 viel Sehenswertes. Ursprünglich als uneinnehmbare Inselfestung geplant, diente der Wilhelmstein später als Kaserne für die Ausbildung von Soldaten des Fürstentums von Schaumburg-Lippe. Die alte Festung ist sehr gut erhalten und bei einer Besichtigung stößt man in dem kleinen Museum der Festung auch auf ein Bild des Steinhuder Hechtes. Angeblich das erste jemals gebaute U-Boot, wobei eine durchschnittliche Wassertiefe von 1,5 m nur „kleine“ Tauchgänge zugelassen haben kann. Damit wird aber auch deutlich, dass das Steinhuder Meer ein gutes Gebiet für Jollensegler ist, Schiffe mit größerem Tiefgang jedoch Probleme beim Segeln haben. Auf jeden Fall von tiefem Wasser umgeben ist die Postboje im Ostenmeer. Hier eingeworfene Post wird, sofern sie ausreichend frankiert ist, mit einem Sonderstempel versehen und dann weiter zum Empfänger befördert.

 

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit zum Baden, wie z.B. auf der Badeinsel in Steinhude. Doch das Wasser ist trüb und an den Uferzonen häufig schaumig. Für viele vielleicht ein Grund doch lieber Segeln zu gehen, die „Wasserqualität“ hat aber natürliche Ursachen und ist sehr gut und sogar trinkbar. Die Trübung entsteht durch Schwebstoffe im Wasser, die vom Grund aufgewühlt werden und der Schaum ist nichts anderes als „Eischnee“, also Eiweiß, das eine bestimmte Algensorte durch die Wasserbewegungen ausscheidet und danach durch die Wellen steif geschlagen wird.

 

Die in den letzten Jahren beobachtete Verkrautung ist stark zurückgegangen und stellt heute für das Segeln keine Behinderung mehr dar.