zurück„Da ist doch eh kein Wind…“ – meine Internationale Deutsche Meisterschaft 2018

Nachdem ich am Wochenende 08.-09.09.2018 beim Laser-Cup im HYC in Steinhude mein 10-jähriges „Laser-Jubiläum“ mit einem Sieg krönen konnte, ging es knapp 14 Tage später auch schon wieder mit WoMo und Anhänger (ohne Motorboot, da dies auf Grund des fehlenden bayerischen Motorboot-TÜVs (Sonderregelung / Bayern) leider nicht hätte auf dem Ammersee gefahren werden dürfen) auf den Weg  zur Internationalen Deutschen Meisterschaft nach Herrsching an den Ammersee. Nach der ewig langen Fahrt am Donnerstag kamen wir abends am Ammersee an, am nächsten Tag ging es dann zügig ans Boote abladen. Nach der Vermessung hatte sich dann auch ein leichter Hauch Wind durchgesetzt, sodass wir bei strahlendem Sonnenschein das erste Mal Segeln gehen konnten. Kaum an Land folgte am Abend unsere Sightseeing-Tour zum berühmten Kloster Andechs. Vier Kilometer Strecke und 4% Steigung, selbst für Sportler ein Zähne ausbeißen, doch für den Blick und die „Riesen-Brezn“ war es  den anstrengenden Weg wert! J(…das  (im dunkeln) Bergab-Rasen war zum dem auch einfach genial!!!)

 

Wenn man schon mal dort unten ist, muss man natürlich auch mal zum Oktoberfest – dies stand für uns am Samstag an. Mein erstes Mal auf dem Oktoberfest, ganz interessant zu sehen, doch ich bin froh, dass ich nicht extra den weiten Weg für das Oktoberfest gefahren bin. Eine Brezel gab es natürlich auch wieder. –ich liebe diese Dinger! JAm Abend fand dann die Eröffnungsfeier statt und die IDM war offiziell eröffnet.

 

Und wie kann es anders sein, natürlich hatten wir am Sonntag, dem ersten Segeltag keinen Wind und das erst gegebene Signal war „AP“, Startverschiebung an Land. Dies hieß warten, warten, warten und spielen für uns. Schlau wie ich war hatte ich die Spiele direkt nach dem Frühstück und unserem internen WoMo-Wetterbriefing eingepackt. Auch am Nachmittag kam kein Lüftchen mehr, sodass gegen 16:30 Uhr abgebrochen wurde und der IDM-Grillabend vom Veranstalter auf dem Programm stand.

 

Die nächsten drei Tage sah es mit dem Wind dann wirklich ziemlich gut aus, sodass wir zwei Tage 4 Wettfahrten segeln konnten und am Finaltag das geplante Medalrace! (Wind mit einer Stärke von 2-4 Bft. und Temperaturen von 10-12°C also schon echt recht kalt um täglich bis zu 6 Stunden (durchnässt) auf dem Wasser die Wettfahrten durchzuziehen. Aber das Wasser war mit 16°C wärmer als die Umgebungsluft, Hände im Wasser wärmen war also der Geheimtipp!)

 

Wir hatten also Wind, sodass ich das bzw. mein Vorurteil, dass es am Ammersee so oder so keinen Wind geben wird, offiziell zurücknehmen muss! ;-P

 

Was jedoch nach wie vor nicht zu leugnen ist, dass der Wind sehr drehig und böig ist bzw. war. Die Bedingungen auf der Regattabahn waren durch die umliegende Topographie/Landformation so unterschiedlich, dass selbst in einem Rennen in das man anfangs nicht so gut gestartet war sich doch noch alles zum Anderen wenden konnte. Oftmals gelange es mir einen soliden Start in die Rennen zu finden, dann kam ich an der Luvbahnmarke immer unter den ersten 5 oder den ersten 7 an. Dann holte ich mehrfach noch den „Turbo“ raus und konnte mich noch ein bisschen nach Vorne segeln.

 

Das dritte Rennen vermasselte ich jedoch total, ein Start am Startboot dann der erste Cross mit dem Feld von links, sodass ich parallel in Lee vom Feld mit segelte. Und dann verließ mich einfach der Mut, da es auf der linken Kreuzseite so viel besser aussah und ich mich durch das aufkreuzende Feld versuchte auf die linke Seite zu verholen, anstatt einfach geduldig auf den Winddreher auf der rechten Seite zu warten. Gut. Platz 13 am Ende. Viel gelernt aus diesem Rennen: Durchhaltevermögen war das „A“ und „O“! Für die nächsten Rennen war diese Erkenntnis aus dem blöden dritten Rennen dann  jedoch sehr hilfreich.

 

Zum Glück blieb der 13. Platz mein Streicher in der Quali-Serie, welche sonst eigentlich sehr ordentlich war: die Plätze (erste Segeltag:) 2, 7, (13), 3, (zweite Segeltag:) 2, 6, 1, 1.

 

Oftmals war es ein harter Kampf um die Zielplatzierung, sodass es manchmal echt nur Zentimeter bis Meter waren die über die (Wettfahrt-)Platzierung entschieden, ganz manchmal waren es durch die unterschiedlichen Bedingungen auf der Bahn aber auch mehrere hundert Meter. (Einmal schaffte es Philipp Buhl sogar mit 2:48 Minuten Vorsprung ins Ziel!!!)

 

Am Finaltag ging ich dann als 2. Platzierte der Damen hinter Svenja Weger und vor Julia Büsselberg in das Medalrace/Medaillen –Wettfahrt. An sich war ich nicht aufgeregt, doch nach dem Telefonat mit Papa, der ein wahres Nervenbündel war durch seine Aufregung, ging es dann auch langsam auch bei mir mit der Aufregung los…

 

Aber: Das Medalrace (ein Up-and-Down-Kurs) verlief wie nach Plan, ein optimaler Start, eine gute Startkreuz mit Mut, Durchhaltevermögen und Erkenntnis der vorherigen Tage. Oben an der Tonne lag ich an zweiter Position. Auf dem Vormwind lief es dann nicht ganz so optimal, den Turbo den ich sonst die Tage hatte war anscheinend an Land geblieben, doch trotz allem konnte ich mich unten mit einem schlechten Manöver an der Leetonne auf Platz 3 retten. Die letzte Kreuz verlor ich dann noch einige Meter auf Svenja und Lena die sich nun in einem Zweikampf befanden, machte aber genügend Meter um auf dem Vormwind trotz vergessenen Turbos meinen Platz halten zu können.

 

Mit dem Überfahren der Ziellinie war klar: ich bin internationale deutsche Vizemeisterin 2018! J – Unglaublich! JJJ

 

Die Freude war natürlich riesig! An Land wurden erst mal Papa, damit er sich endlich entspannen konnte… und Mama, sowie Oma und Opa angerufen, die mich alle überglücklich beglückwünschten.

 

Nach der Siegerehrung, Svenja Weger ist Int. Deutsche Meisterin und Lena Haverland hat sich durch das Medalrace noch auf Platz 3, den Bronzerang gesegelt, wurden dann die Boote aufgeladen und dann ging es auch schon wieder auf den Heimweg Richtung Norden. Dort kamen wir dann gegen 01:00 Nachts an; und natürlich wurde ich überrascht, mit einem Banner am Haus und Mamas und Papas Glückwünschen, die extra beide noch aufgeblieben waren. Einfach ein unglaubliches Gefühl! J

 

Nun eine Woche später realisiere ich so langsam, dass ich es wirklich geschafft habe mal besser als Platz 6 bei einer IDM (der Damen) zu segeln und bin heiß auf mehr!!!

 

Nun steht jedoch fast schon der Winter vor der Tür, der letzte Monat Segeln in Kiel steht für mich an (zur Zeit ist Ostwind- jiiiiihaaaa!), noch eine Regatta in Schwerin und dann muss ich mal sehen wie mein Winterprogramm aussieht, denn für Ende Januar habe ich nämlich schon eine Einladung von World Sailing für den World Cup nach Miami bekommen, an dem ich sehr gerne teilnehmen möchte, sofern es meine finanziellen Mittel bieten. Aber dies heißt auch den Winter über trainieren.

 

Bis bald im Club!      Eure Pia